Porträt von Reimer Gronemeyer

Redezeit

Altersdiskriminierung – Reimer Gronemeyer

Zu langsam. Zu unflexibel. Zu analog. Die Diskriminierung älterer Menschen scheint normal geworden zu sein, so dass sie uns nicht mehr auffällt. Aber um aktuelle Krisen zu meistern, müssen alle gemeinsam am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Der Soziologe Reimer Gronemeyer, der seit Jahrzehnten zum Alter und Altern forscht, stellt ernüchtert fest: "Noch nie ging es den Alten so gut wie heute – und noch nie waren sie so radikal ausgeschlossen." Noch nie sei die Gesellschaft so alt wie heute gewesen, noch nie so einsam, noch nie so entzweit. Wegen Vorurteilen, Desinteresse, echter Benachteiligung. Etwa im Job oder digitalen Alltag.

Rentensystem, Klimawandel, Pflegenotstand, Zukunftsängste: Die Diskussionen sind vielfältig, der Generationenkonflikt groß. Ständig angeheizt durch die schnellen sozialen und demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft. Junge und Alte stehen unter enormem Druck, doch statt sich zu verbünden, würden die Generationen sich immer mehr voneinander entfernen. Gronemeyer fordert einen gesamtgesellschaftlichen Austausch, ein Bündnis von Jung und Alt, in dem jeder Einzelne wertgeschätzt wird – unabhängig vom Alter.

Redaktion: Beate Wolff