Sturmschäden durch Unwetter in NRW | sv

00:25 Min. Verfügbar bis 06.01.2027

Nach Sturm in NRW: Umgestürzte Bäume, Verkehr läuft größtenteils wieder

Stand: 07.01.2025, 07:01 Uhr

Die Woche ist in NRW stürmisch gestartet. Bis zum Abend gab es schwere bis orkanartige Windstärken im ganzen Land. Bäume wurden entwurzelt, Bahnstrecken gesperrt.

Gestern Abend waren die letzten Ausläufer des Sturms noch zu spüren. Vor allem in Ostwestfalen rund um Bielefeld, im Sauer- und Siegerland stürmte es noch ordentlich. Doch vor allem am Nachmittag hatte der Sturm in NRW für Chaos gesorgt.

So zum Beispiel im Bahnverkehr. Bei Welver wurden 360 Fahrgäste von der Feuerwehr aus einer Regionalbahn evakuiert. Laut der Feuerwehr wurden dazu alle zur Verfügung stehenden Mannschaftstransportfahrzeuge zum Einsatzort geordert. Eine schwangere Frau wurde bereits vor Eintreffen der Feuerwehr vom Rettungsdienst abtransportiert. Der Zug war stehengeblieben, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war.

Lärmschutzwand liegt auf Seitenstreifen

Die zerstörte Lärmschutzwand auf der A560

In Bergisch-Gladbach-Gronau konnte ein Zugführer der S-Bahnlinie 11 seinen Zug rechtzeitig vor einem umgestürzten Baum, der auf den Gleisen lag, zum Stehen bringen. Teils organisierten die Unternehmen Schienenersatzverkehr. Auch die A560 bei Hennef musste in beide Richtungen gesperrt werden. Durch den Sturm hatten sich Teile der Lärmschutzwand gelöst. In der Nacht konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden.

Verletzter Mann in Herdecke

In Herdecke wurde ein Mann auf einem Dach verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr wollte er Photovoltaik-Module vor dem Sturm sichern. Da der Mann nicht mehr eigenständig vom Dach kam, musste die Feuerwehr eine Drehleiter einsetzen, anschließend wurde er medizinisch versorgt.

Böen und orkanartige Stärken in NRW

Am Nachmittag hatte es in weiten Teilen NRWs schwere bis orkanartige Windstärken gegeben. So wurden in Wuppertal, Düsseldorf und Gelsenkirchen Windstärken von über 100 km/h gemessen. Der Spitzenwert kam mit 117 km/h aus Porta Westfalica. Laut WDR-Meteorologe Jürgen Vogt sei das Schlimmste aber vorbei. "Der Schwerpunkt verlagert sich jetzt langsam Richtung Niedersachsen." Nach 19 Uhr gab es in NRW keine Windgeschwindigkeiten über 100 km/h mehr.

Auswirkungen der Windstärke nach Beaufortskala
Baum liegt auf einem Dach wegen Unwetter

Baum fällt auf Wohnhaus in Krefeld

In zahlreichen Städten waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. In Krefeld hatte es bis zum Abend 50 sturmbedingte Einsätze gegeben. Hier stürzte unter anderem ein Baum auf ein Wohnhaus. In Bochum gab es über 60 sturmbedingte Einsätze. In Aachen wurden zwei Menschen bei einem Verkehrsunfall wegen eines umgestürzten Baumes verletzt. Auch in Kerken im Kreis Kleve stürzte ein großer Baum auf ein Wohnhaus. In Dortmund musste zwischenzeitlich ein großer Bereich nahe des Hauptbahnhofs gesperrt werden. Große Teile eines Wohnhauses hatten sich gelöst. Am Abend war auch noch der Körner Hellweg gesperrt - ein massives Baugerüst an einem Mehrfamilienhaus drohte umzustürzen.

Erhebliche Behinderung im Bahnverkehr

Bei der Bahn kam es aufgrund des Sturms zu zahlreichen Beeinträchtigungen. Auch am Abend waren viele Strecken noch nicht wieder richtig befahrbar. Inzwischen sind die Aufräumarbeiten auf Bahnstrecken im Norden und Westen Deutschlands weitgehend abgeschlossen. Die Strecke der S9 zwischen Wuppertal und Essen ist jedoch weiterhin gesperrt. Hier ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Weitere Infos dazu gibt es auf zuginfo.nrw.

Baum auf Gleisen wegen Unwetter

Baum auf Gleisen in Hilchenbach

Ansonsten laufe der Zugverkehr nun wieder größtenteils normal, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am frühen Morgen.

Keine Hochwassergefahr

Einige Pegelstände in NRW haben den Informationswert 1 inzwischen überschritten. Das bedeutet, dass Gewässer ausufern könnten. Land- und forstwirtschaftliche Flächen könnten überflutet werden und auch leichte Verkehrsbehinderungen sind möglich. Es besteht jedoch keine Hochwassergefahr. Weitere Infos zu den Pegelständen gibt es auf der Website des LANUV.

Köln warnte ab Mittag vor Aufenthalt im Freien

Baum auf einem PKW

Baum fällt auf Auto in Herdecke

Aufgrund der Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatte die Stadt Köln bereits von Mittag bis Abend vor dem Aufenthalt im Freien gewarnt: "Es können Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Die Stadt Köln bittet daher die Bevölkerung, Waldgebiete, Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen zu meiden." Man behalte sich vor, städtische Anlagen und einzelne Friedhöfe kurzfristig zu schließen. Der Düsseldorfer Wildpark wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Jetzt soll es wieder kalt werden

Heute soll es wieder kälter werden und auch wieder Schnee fallen - zumindest über 500 Metern. In flacheren Regionen des Landes kommt dann eher Regen oder Schneeregen runter.

Ein geparkter Geländewagen ist mit Schnee bedeckt

Schnee in Kreuztal im Siegerland

So viel Glatteis wie am vergangenen Wochenende erwartet die WDR-Wetterredaktion aber nicht. Am Sonntag hatte sich in den frühen Morgenstunden teils kräftiger Schneefall von der Eifel übers Rheinland bis nach Westfalen ausgebreitet: Auf den Schnee folgte Regen, der wegen der Kälte zu Glatteis gefror.

Die Folge: Diverse Glätteunfälle im ganzen Land wie im Bergischen Land und Rhein-Erft-Kreis.

Am Mittwochabend wird Schneefall erwartet

Skifahrer auf einem Hang in Winterberg

Skifahrer auf einem Hang in Winterberg

Erst südlich der Ruhr bis ins Flachland könnte es doch noch Mittwochabend und Donnerstag Nacht zu Schneefall kommen, der sich dann vorübergehend auch in Schneeregen und Regen verwandelt - ehe am Donnerstag erneut verbreitet Schneefall bis ins Flachland einsetzt.

Einige Modelle rechnen mit bis zu 10 Zentimetern Schnee auch im Flachland südlich der Ruhr. Sollte es so kommen, würde es erhebliche Beeinträchtigungen im Verkehr auf Straßen und bei der Bahn geben. Bei Höchstwerten von plus 3 bis minus 3 Grad wird es jedenfalls reichlich frisch.

Neuschnee im Westen: Raus in die Winterlandschaft!

Am letzten Ferienwochenende in NRW gab es nochmal eine neue Ladung Schnee. Manch einer wollte da dringend raus in die Kälte.

Spaziergänger gehen über den Skywalk neben der Bobbahn in Winterberg

Winter Wunderland aus der Vogelperspektive: Diese Spaziergänger genießen ihren Weg über die Panorama Erlebnis Brücke in Winterberg - von hier aus hat man einen tollen Blick über die Landschaft.

Winter Wunderland aus der Vogelperspektive: Diese Spaziergänger genießen ihren Weg über die Panorama Erlebnis Brücke in Winterberg - von hier aus hat man einen tollen Blick über die Landschaft.

Nichts für Warmduscher: Diese beiden Schwimmer nahmen ein Morgenbad in einem eiskalten Weiher im Kreis Siegen-Wittgenstein. Neujahrsschwimmen ist in vielen Regionen längst eine Tradition.

Eingezuckert: Auch in der Gemeinde Engelskirchen im Oberbergischen Kreis ist der Neuschnee am Sonntagmorgen liegen geblieben.

Ski und Rodel gut: Auch rund um Winterberg im Sauerland hat die Saison längst begonnen.

Aus vielen Teilen von NRW waren am ersten Wochenende des Jahres viele Menschen angereist, um sich im Schnee auszutoben: zum Beispiel Familie Peuker aus Köln.

Im Postwiesen-Skigebiet Neuastenberg kamen Rodler auf ihre Kosten.

In Winterberg laufen die Ski- und Rodellifte.

Weiße Pracht in den Höhenlagen der Eifel: Der Schnee reichte zum Schneemannbauen.

In den Wintersport-Gebieten war an diesem Wochenende Hochbetrieb.

Kurz vor dem Ende der Weihnachtsferien gibt es doch noch gute Bedingungen zum Rodeln und Skifahren.

Vielerorts müssen die Pisten aber noch künstlich beschneit und die Loipen gespurt werden.

Aber auch abseits der Pisten hat der Schnee die Landschaft verwandelt - zum Beispiel in Freudenberg im Siegerland.

Unsere Quellen:

  • WDR-Wetterredaktion
  • WDR-Verkehrsstudio
  • Polizei und Autobahnpolizei
  • zuginfo.nrw
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Nachrichtenagentur dpa