"Land in Sicht": Nachwuchsmediziner für den Hochsauerlandkreis gesucht
Lokalzeit Südwestfalen. 25.02.2025. 03:15 Min.. Verfügbar bis 25.02.2027. WDR. Von Matthias Heise.
"Land in Sicht": Nachwuchsmediziner für den Hochsauerlandkreis gesucht
Stand: 26.02.2025, 06:00 Uhr
Mit "Land in Sicht – Ärzte für morgen" wollen der Hochsauerlandkreis und die KVWL junge Mediziner für die Region gewinnen.
Die Situation ist ernst. Knapp ein Drittel aller Kinderärzte im Hochsauerlandkreis sind älter als 60 Jahre, bei den Hausärzten sind es sogar 42 Prozent. Schon jetzt gibt es ländliche Gebiete, die nach Definition der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ärztlich unterversorgt sind. Ziel des neuen Programms "Land in Sicht - Ärzte für morgen" ist die medizinische Versorgung durch das Anlocken von Medizinern in den Hochsauerlandkreis zu verbessern.
Die Teilnehmer des Förderprogramms sollen ohne finanziellen Druck sechs bis neun Monate lang den Kinder- oder Hausarztalltag kennenlernen. Sie erhalten eine monatliche Förderung in Höhe von 7.500 Euro, die sich der Hochsauerlandkreis und die KVWL aufteilen. Ein begleitendes kostenloses Seminarangebot soll die Teilnehmer zudem für den Praxisalltag und eine mögliche Praxisübernahme fit machen.
Praxisalltag kennenlernen und unterstützt werden
Insgesamt wollen der Kreis und die KVWL bis zu 742.000 Euro investieren. Dafür können Nachwuchsmediziner in sogenannten Mentoren-Praxen im Hochsauerland in allen Kommunen bis auf Arnsberg arbeiten und herausfinden, ob Kinder- oder Hausarzt auf dem Land das Richtige für sie ist.
Junge Ärztinnen und Ärzte suchen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern eine Region, in der sie sich niederlassen und wohlfühlen können. Dr. Karl Schneider, Landrat Hochsauerlandkreis
Mentoren-Praxen in fast allen Kommunen
Nachwuchs-Mediziner und auch Praxen können sich ab sofort beim Kreis und der KVWL bewerben. Denn noch steht nicht fest, in welchen Mentoren-Praxen die Landärzte von morgen ausgebildet werden. Klar ist, der Hochsauerlandkreis und die Kassenärztliche Vereiningung sind überzeugt, dass eine Niederlassung - also die Selbstständigkeit - für Ärzte noch sehr attraktiv ist. Allerdings geht der Trend eher dazu, dass sich junge Mediziner lieber anstellen lassen oder nur Teilzeit arbeiten wollen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und der Hochsauerlandkreis hoffen, dass im Herbst dann die ersten Teilnehmer des Projekts "Land in Sicht – Ärzte für morgen" in die Region kommen werden.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
- Hochsauerland-Kreis