
Rahmedetalbrücke: Finale Verbindung voraussichtlich Mittwochabend
Stand: 25.02.2025, 16:46 Uhr
Als die marode Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid im Mai 2023 gesprengt wurde, war es ein Volksfest. Seitdem wird die wichtige Verbindung an der A45 wieder aufgebaut. Die endgültige Verbindung beider Enden geschieht voraussichtlich Mittwochabend.
In Lüdenscheid läuft aktuell die sogenannte Stahlhochzeit der A45 Rahmedetalbrücke. Dabei werden die beiden Brückenenden - die, die von Hagen in Richtung Frankfurt geschoben wird, und ihr Gegenstück aus der anderen Richtung - Stück für Stück aufeinander zugeschoben. "Stahlhochzeit" nennen die Fachleute diesen Prozess.
Finaler Kuss erst Mittwochabend
Zunächst war vermutet, dass die beiden Brückenenden heute Abend miteinander verbunden werden können. Der "finale Kuss" ist jetzt aber auf Mittwochabend verschoben worden. Die Brückenhälfte aus Richtung Frankfurt hängt gerade ein Stück tiefer als die andere.
Die beiden Stahlteile werden jetzt auf gleiche Höhe gebracht. Dafür wird mit einem Kran eine Hilfskonstruktion hochgehoben und an den Brückenteilen montiert. Danach können sie zusammengeführt werden und verschweißt werden.
Verkehrsminister Volker Wissing als "Trauzeuge" geladen
Auch der parteilose Bundesverkehrsminister Volker Wissing war am Dienstag zur Feier der "Stahlhochzeit" vor Ort. Er sagte beim Pressetermin:"Hier wurde Weltklasse-Niveau geleistet."
"Bisher war angedacht, dass die erste Brückenhälfte im Sommer 2026 für Verkehr freigeben wird. Wir werden das früher schaffen. Vor Sommer 2026." Bundesverkehrsminister Volker Wissing
Viele Schaulustige vor Ort
Haben die beiden Brückenenden nur noch einen Abstand von ca. 50 cm zueinander, wird ein Zelt drumherum aufgebaut und die Schweißerarbeiten können beginnen. Das ist nötig, da es dort oben in rund 70 Metern Höhe sehr windig ist. Schaulustige, wie sie jetzt vor Ort sind, können den "finalen Kuss" dann allerdings nicht sehen.
Unter den Beobachtern sind heute nicht nur Anwohner, sondern auch Lüdenscheider, die sehen wollen, was da genau passiert. Einige beobachten das Geschehen mit einem Fernglas. Die Brücke wird Millimeter für Millimeter aufeinander zugeschoben. Wenn man sich einen Fixpunkt sucht, kann man es ganz langsam sehen.
Zur Vorgeschichte der Rahmedetalbrücke
Es ist die vielleicht schnellste Baustelle an einer Autobahn-Talbrücke in Deutschland. Im Dezember 2021 wurde sie nach einer Kontrolle von Jetzt auf Gleich gesperrt. Die 70 Meter hohe Brücke war so marode, dass nie wieder ein Auto darüber fahren sollte.
Selbst der Schnee musste in jenem Winter von Hand beseitigt werden, weil ein Räumfahrzeug - aber auch das Gewicht des Schnees selbst - ein Risiko für die Standfestigkeit waren.
Die Hälfte der neuen Brücke steht
Seitdem versinkt die Region rund um Lüdenscheid im Stau. Die einzige Umleitung führt mitten durch die Stadt. Die Autobahn 45 ist die wichtigste Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Raum Frankfurt.
Weil die Sauerlandlinie unverzichtbar ist, wurden Planungsschritte vereinfacht, Verfahren beschleunigt. Rund drei Jahre später steht nun die neue, 450 Meter lange Brücke – zumindest eine Hälfte von ihr.

In 70 Metern Höhe rücken die Stahlkonstruktionen aufeinander zu
Sobald die Fahrbahndecke asphaltiert ist, Geländer und Anschlüsse montiert sind, soll der Verkehr über diese erste Brückenhälfte in beide Fahrtrichtungen laufen. Das soll Anfang 2026 soweit sein. Sobald auch die zweite Hälfte steht, werden die Spuren getrennt.
Vor der "Hochzeit" müssen die gelben Hilfskonstruktionen aus Stahl demontiert werden. Ein riesiger Kran steht dafür seit einer Woche unter der Brücke und blockiert zusätzlich die Verbindung von Iserlohn nach Lüdenscheid.
Wenn Bundesverkehrsminister Volker Wissing nun nach Lüdenscheid kommt, löst der Besuch nicht nur Freude aus. In seinem Ministerium war viele Jahre vor der Sperrung bekannt, dass es um die 70 Meter hohe Talbrücke nicht gut steht.
Unternommen wurden aber höchstens halbherzige Flick-Versuche. Immerhin: die "Stahlhochzeit" ist für die Menschen hier ein wichtiger sichtbarer Schritt in Richtung Normalität.
Unsere Quellen:
- Bundesverkehrsministerium
- Autobahn GmbH
- Stadt Lüdenscheid
- Reporterin vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 25.02.2025 auch im Radio auf WDR 2: Lokalzeit Südwestfalen, 6:30 Uhr und im Fernsehen: WDR Lokalzeit Südwestfalen, 19:30 Uhr.