NS-Gedenkstätten in Ostwestfalen erinnern an Befreiung von Häftlingen Lokalzeit OWL 02.04.2025 04:21 Min. Verfügbar bis 02.04.2027 WDR Von Oliver Köhler

NS-Gedenkstätten in Ostwestfalen erinnern an Befreiung von Häftlingen

Stand: 02.04.2025, 14:22 Uhr

Gedenkstätten im heutigen Ostwestfalen-Lippe erinnern an die Befreiung von KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen Anfang April 1945. Für tausende Menschen endeten Demütigungen, Zwangsarbeit und Hunger. Aber für die rund 3.000 Häftlinge an der Porta Westfalica war das Leid noch nicht vorbei.

Von Arndt Möller

Etwa 80 Menschen haben sich am Abend des 1. April auf dem Friedhof in Porta Westfalica-Barkhausen versammelt. Genau vor 80 Jahren hatte die SS die Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme fluchtartig geräumt. Dabei wurden rund 3.000 Häftlinge verschleppt.

"Unbekannt, wie viele Menschen bei den Transporten ums Leben gekommen sind"

"Es ist völlig unbekannt, wie viele Menschen bei diesen Transporten noch ums Leben gekommen oder ermordet worden sind", sagt Thomas Lange vom Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica. "Wir erinnern heute daran, was vor Ort geblieben ist, das sind die Toten, die Gräber auf den öffentlichen Friedhöfen."

Die meisten Toten sind identifiziert

Gedenktafeln erinnern an die Toten | Bildquelle: WDR / Arndt Möller

Inzwischen sind mehr als 120 Tote identifiziert. Ihre Namen wurden in Erinnerungsberichten von Überlebenden gefunden, bei Standesämtern und auf Totenlisten.

Zwangsarbeit im kalten Bergwerksstollen

Die Opfer waren KZ-Häftlinge. Ab März 1944 mussten sie im heutigen Porta Westfalica Zwangsarbeit leisten, viele in einem kalten ehemaligen Bergwerksstollen. Die geplante Schmieröl-Raffinerie wurde nie fertig.

NS-Gedenkstätten in Ostwestfalen erinnern an Befreiung von Häftlingen WDR Studios NRW 02.04.2025 00:44 Min. Verfügbar bis 02.04.2027 WDR Online

Nur ein Teil der Menschen kam Anfang April frei

Als am 2. April 1945 amerikanische Soldaten in Ostwestfalen anrückten, befreiten sie einige tausend Kriegsgefangene des Gefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock, ebenso die letzten 42 verbliebenen KZ-Häftlinge an der Wewelsburg in Büren. Die Gefangenen von der Porta Westfalica wurden währenddessen von der SS in weitere Lager getrieben, bis ins heutige Sachsen-Anhalt und nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort, in der Nähe von Schwerin, kamen am 2. Mai 1945 die letzten Häftlinge frei.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.