In Dortmund sind Bombenentschärfungen und Evakuierungen eigentlich nichts Ungewöhnliches. Auch nicht in der Gegend rund um den Westfalenpark und die Märkische Straße. Heute allerdings ist das anders: Im Süden der Stadt werden an gleich vier Stellen Blindgänger gesucht und möglicherweise entschärft - um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Vorab waren dort Auffälligkeiten im Erdreich festgestellt worden. Der Verdacht: Unter der Erde könnten sich hier möglicherweise Bomben aus dem zweiten Weltkrieg befinden. An diesen Stellen muss die Erde jetzt aufgegraben und untersucht werden.
Davon betroffen sind nicht nur die Anwohner - auch Autofahrer müssen Umleitungen fahren. Etwa die B1 ist zwischen den Anschlussstellen der B236 und B54 voll gesperrt. Wir haben die wichtigsten Infos zusammen gefasst:
Welcher Bereich muss evakuiert werden?
Rund um die vier Verdachtspunkte muss alles in einem Radius von 500 Metern evakuiert werden. Das ergibt ein etwas unförmiges Dreieck. Dieses erstreckt sich südlich vom Wall bis in Richtung Hörde.
Wann geht es mit der Evakuierung los?
Der Sonntag dürfte für viele früh starten: Bis 8 Uhr müssen alle Anwohner den Evakuierungsbereich verlassen haben. Beamte von Polizei und Ordnungsamt werden das auch kontrollieren. Die Bewohner zweier Seniorenheime und Menschen, die bei der Stadt vorher Hilfsbedarf angemeldet haben, werden durch Beamte gesondert begleitet.
Darf ich einfach in meiner Wohnung bleiben?
Nein - das wäre viel zu gefährlich, etwa wenn eine Bombe bei der Entschärfung explodiert. Das ist zwar in jüngster Zeit nicht im Ruhrgebiet passiert, durch Korrosion und Alterung werden die jahrzehntealten Blindgänger aber immer empfindlicher.
Selbst bei einer kontrollierten Sprengung könnte ein beträchtlicher Schaden alleine an Gebäuden entstehen. Das zeigt ein Beispiel aus dem letzten Jahr in Bottrop.
Wo kommen Anwohner während der Evakuierung unter?
Aus der Erfahrung zeigt sich, dass die meisten Anwohner während der Evakuierung zu Freunden oder Familie fahren. Trotzdem hat die Stadt Dortmund eine Betreuungsstelle eingerichtet, im Goethe-Gymnasium in Dortmund-Hörde. Shuttlebusse bringen Anwohner hin. Die Stadt hat auch für Freizeitangebote gesorgt, so können Betroffene den Zoo kostenlos besuchen.
Wann kann man zurück in die Wohnungen?
Eine realistische Schätzung ist schwierig. Niemand kann vorher genau sagen, wie lange die Evakuierung dauert. Deswegen sollte niemand unvorbereitet aus dem Haus. Medikamente und Windeln sollte man etwa mitnehmen. Auch Haustiere sollten nicht zuhause gelassen werden. Die Stadt Dortmund rät außerdem dazu, Wasserhähne komplett zuzudrehen.
Aber: Sobald jede Bombe entschärft ist, will die Stadt Dortmund den Evakuierungsbereich wieder rasch öffnen. Die Behörden wollen im Internet und in Social Media unter dem Hashtag #dobombe aktuell informieren.
Wie ist der Verkehr betroffen?
Einige Dortmunderinnen und Dortmunder dürften schon vorher Auswirkungen gespürt haben: Die wichtige Märkische Straße ist stadteinwärts schon seit Tagen gesperrt. Dort liegt ein besonders aufwändiger Verdachtspunkt, direkt unter der Fahrbahn. Deswegen wurden dort in den letzten Tagen schon Vorarbeiten durchgeführt. Das heißt aber auch: Die Märkische Straße bleibt auch noch in der kommenden Woche gesperrt, um alles wieder zu reparieren.
Bei Bus und Bahn fahren die Stadtbahnlinien zwar normal weiter, halten während der Sondierung der Verdachtspunkte aber nicht mehr im Evakuierungsbereich. Sollte es zu Entschärfungen kommen, müssen insgesamt vier Stadtbahnlinien geteilt werden.
Vor Blindgänger-Entschärfung in Dortmund. WDR Studios NRW. 06.04.2025. 00:43 Min.. Verfügbar bis 06.04.2027. WDR Online.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter und WDR-Archiv
- Stadt Dortmund
- Dortmunder Stadtwerke DSW21
Über dieses Thema berichtet der WDR am 06.04.2025 im Hörfunk und Fernsehen.