Das Quartier ist alles andere als komfortabel: Auf einer brachliegenden Gewerbefläche am Stadtrand von Münster stehen 15 schmucklose Container, wie man sie manchmal auch auf Baustellen sieht. Jeder ist mit vier Betten, einem Tisch und vier Stühlen ausgestattet. Für obdachlose Männer, die sonst schutzlos Regen, Wind und Kälte ausgesetzt wären und Gefahr laufen würden zu erfrieren.
Wohnen auf engstem Raum
Joshua Werner ist Sozialarbeiter im Haus der Wohnungslosenhilfe in Münster. Zusammen mit seiner Kollegin Sophie Deitmar betreut er die Obdachlosen im Winterquartier.
Aber bevor draußen jemand erfrieren muss, sei das hier schon die deutlich bessere Alternative, sagt Werner.
50 von 60 Plätzen aktuell belegt
Die Stadt Münster hat die Container angemietet. Sie sorgt für Strom, Wasser und Security. Vor zehn Jahren ging das Winterquartier für Obdachlose an den Start, damals mit vier Schlafplätzen, heute sind es 60. Davon sind aktuell 50 belegt.
Jeden Tag um 10 Uhr müssen die Bewohner das Quartier für drei Stunden verlassen. Dann kommt ein Reinigungsdienst, wischt durch die Container, putzt Toiletten und Duschen. Es gibt ein Rauch- und Alkoholverbot, auch Tiere sind nicht erlaubt.
Die Obdachlosen, die in den Containern Unterschlupf finden, sind dankbar für das Angebot. Aber es gibt auch viele, die im Winter weiter Platte machen, die Schutz suchen in den Eingangsbereichen von Banken und Sparkassen, in Hauseingängen und Bushaltestellen, dort in Schlafsäcken übernachten - auch bei Minusgraden.
Hilfe für Menschen auf der Straße
"Wenn die Menschen dann nicht warm genug gekleidet sind, nicht gut genug versorgt, ist es supergefährlich", sagt Dana Kückelmeyer vom Sozialdienst katholischer Frauen. Sie und die Sozialarbeiterin Tine Kockmann vom Haus der Wohnungslosenhilfe sind täglich auf den Straßen in Münster unterwegs, in der Innenstadt und in den Außenbezirken.
Sie versuchen, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen, ihnen Hilfe anzubieten. "Wenn wir merken, dass es nicht mehr geht, dann holen wir auch Hilfe dazu, damit die Menschen nicht erfrieren," sagt Tine Kockmann. Denn im Winter allein und schutzlos auf der Straße zu leben, kann den Tod bedeuten.
Unsere Quellen:
- Haus der Wohnungslosenhilfe Münster
- Sozialdienst katholischer Frauen
- Stadt Münster
- WDR-Reporterin vor Ort
Über dieses Thema berichtet der WDR am 13.12.2024 auch im Fernsehen in der Lokalzeit Münsterland um 19.30 Uhr.