Angeklagte im Gericht

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Herford: Prozess beginnt

Stand: 28.02.2025, 17:01 Uhr

Am Landgericht Bielefeld hat ein Prozess wegen einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung nach einem Disko-Besuch begonnen. An der Tat sollen sieben Männer und eine Frau beteiligt gewesen sein.

Zwei 19-jährige Iraker sollen eine junge Frau aus dem Münsterland in einem Auto vergewaltigt haben. Fünf weitere heranwachsende Männer und eine 20-jährige Frau sollen Beihilfe geleistet haben.

Notlage ausgenutzt

Ende August 2024: Eine 18-jährige Frau feiert in der Diskothek "Go Parc" in Herford. Als sie in der Nacht nach Hause möchte, kann sie ihre Getränke nicht bezahlen. Das Personal verlangt ein Pfand. Die Frau gibt ihr Handy ab.

Das soll einer der Angeklagten mitbekommen und ihre Notlage ausgenutzt haben. Denn als die junge Frau nun mit ihrer Mutter telefonieren will, um sich abholen zu lassen, soll der 19-Jährige sie angesprochen haben.

Ins Auto gelockt

Der Angeklagte soll der 18-Jährigen sein Handy angeboten haben, welches er aber im Auto gelassen habe. So lockte er die Frau laut Anklage auf einen Parkplatz neben der Disko. Die Frau soll dort zunächst etwas aus einer Plastikflasche getrunken haben. Die soll einer der Angeklagten ihr gegeben haben.

Schild vom Landgericht Bielefeld

Bielefeld: Prozess um mutmaßliche Gruppenvergewaltigung

Was in der Flasche war, ist unklar. Fakt ist: Im Blut der Frau wurden zwar später keine K.O.-Tropfen festgestellt, dafür aber ein Mix verschiedener Drogen. Dieser Mix könnte sie willen- und hilflos gemacht haben.

Vergewaltigungen auf dem Rücksitz?

Im Auto kam es dann zu mehreren mutmaßlichen Vergewaltigungen. Die beiden Hauptangeklagten sollen die Frau mehr als eine Stunde lang immer wieder missbraucht haben.

Die übrigen Angeklagten sollen sich derweil so ums Auto gestellt haben, dass Passanten nichts vom Geschehen im Auto sehen konnten. Außerdem sollen zwei von ihnen, wie auch die beiden mutmaßlichen Haupttäter, Videos von den sexuellen Handlungen gemacht haben.

Opfer zum Bahnhof gebracht

Nach den mutmaßlichen Sexualstraftaten sollen die beiden angeklagten Iraker die Frau zum Bahnhof in Herford gefahren haben. Dort wurde Zeugen auf die benommene Frau aufmerksam. Sie verständigten die Polizei, die Frau kam ins Krankenhaus.

Der mittlerweile 19-Jährigen gehe es auch heute noch sehr schlecht, sagte ihre Rechtsanwältin dem WDR. Ihre Mandantin trete jetzt nicht nur als Nebenklägerin in dem Prozess auf, sondern werde auch als wichtige Zeugin aussagen.

Die Staatsanwaltschaft stützt die Anklage nicht nur auf ihre Schilderungen, sondern auch auf die Handyvideos vom Geschehen. Das Landgericht Bielefeld hat bis Mitte Juli 22 Verhandlungstage angesetzt.

Unsere Quellen:

  • Landgericht Bielefeld
  • Gespräch mit Rechtsanwältin der Nebenklägerin
  • Reporter vor Ort

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Herford: Prozess beginnt.

00:46 Min. Verfügbar bis 28.02.2027