Cold Case: Fall Günter Stoll nach über 40 Jahren gelöst

Stand: 03.04.2025, 17:28 Uhr

Ermittler haben einen über 40 Jahre alten Kriminalfall aus dem Siegerland gelöst. Lange Zeit ging man von einem Verbrechen aus. Laut neuer Erkenntnisse gehen die Ermittler von einem selbstverschuldeten Verkehrsunfall aus.

Der Fall Günter Stoll zählte bisher zu einem der bekanntesten ungelösten Todesfällen der deutschen Kriminalgeschichte. 1984 wurde der damals 34-jährige Lebensmitteltechniker aus Anzhausen im Kreis Siegen-Wittgenstein schwer verletzt in seinem Auto gefunden. Wenig später starb er im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Der Fall und die besonderen Umstände hatten damals für viel Aufmerksamtkeit gesorgt.

Mysteriöse Umstände

Günter Stoll war während des Unfalls unbekleidet. Außerdem hatte er vorher gegenüber seiner Frau die Befürchtung geäußert, dass ihm jemand etwas antun wolle. Ein weiteres besonderes Detail: Kurz vor seinem Tod soll er das rätselhafte Wort YOGTZE auf einen Zettel geschrieben haben. Zu dem rätselhaften Wort gingen regelmäßig Hinweise bei der Polizei ein. Bis heute konnte die Bedeutung aber nicht geklärt werden.

Fall gelöst: Verkehrsunfall statt Verbrechen

Neue Untersuchungen zeigen jetzt, dass der Siegerländer nicht Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Stattdessen soll er unter Depressionen gelitten haben. Sein ungewöhnliches Verhalten soll auf einen "psychischen Ausnahmezustand" zurückzuführen sein, in dem er sich am Abend des Unfalls befunden haben soll, so die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein in einer Pressemitteilung.

Cold Case: Fall Günter Stoll nach über 40 Jahren gelöst WDR Studios NRW 03.04.2025 00:49 Min. Verfügbar bis 03.04.2027 WDR Online

Laut neuer Erkenntnisse gehen die Ermittler von einem selbstverschuldeten Verkehrsunfall aus. Stoll soll von der Fahrbahn der Autobahn abgekommen sein und dann ungebremst mit seinem Auto in einer Böschung gegen einen Baum geprallt sein. Dabei soll er außerdem nicht angeschnallt gewesen sein.

Dass er bei dem Unfall keine Kleidung getragen hatte, sei laut Polizei wahrscheinlich ebenfalls auf seine psychische Verfassung zurückzuführen.

Unsere Quellen:

  • Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Hagen und Polizei Hagen