Ermittlungen zu Rockergewalt im Ruhrgebiet
Aktuelle Stunde . 12.02.2025. 28:39 Min.. UT. Verfügbar bis 12.02.2027. WDR. Von Martin Wilger.
Schüsse und Explosionen im Ruhrgebiet: Festnahmen im Rockermilieu
Stand: 12.02.2025, 18:05 Uhr
Nach mehreren schweren Straftaten in Dortmund, Bochum und Oberhausen hat die Polizei drei Verdächtige aus dem Ruhrgebiet festgenommen. Bei den Taten soll es sich um Auseinandersetzungen mit Bezug zum Rockermilieu gehandelt haben.
Es könnte ein erster Ermittlungserfolg sein, von dem NRWs Innenminister Herbert Reul (CDU) im Interview mit dem WDR berichtet: "Die Dortmunder Polizei hat vor ein paar Stunden drei Menschen festgenommen und die werden jetzt dem Richter vorgeführt." Die Ermittlungen seien aber noch nicht am Ende. Auslöser war eine ganze Reihe von schweren Straftaten in den letzten Wochen im Ruhrgebiet.
Schüsse und Explosionen im Ruhrgebiet
Mitte Januar fing es an, mit einem Schuss auf ein Tattoostudio in Dortmund. Dann: Mehrere Schüsse auf ein Wohnhaus in Holzwickede, ein paar Tage später taucht ein Bewohner dieses Hauses im Krankenhaus in Unna auf. Mit einer Schussverletzung.
Danach: Explosionen in Bochum und Oberhausen. Alle diese Taten hängen zusammen. Das wird klar am Ende eines Tages, an dem Polizei, Staatsanwaltschaften und Landeskriminalamt viel miteinander konferiert haben. Die Ermittlungen zeigen, es besteht ein Zusammenhang mit Konflikten im Rockermilieu.
Rockerszene offenbar in Bewegung
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Nach dem Verbot der "Bandidos MC Federation West Central" im Jahr 2021 waren die Entwicklungen in der Rockerszene hochdynamisch. Ob die jetzt zu beobachtenden Fälle Ausfluss dieser Prozesse sind oder auf andere Motive zurückzuführen sind, das wollen die Ermittlungsbehörden jetzt herausfinden und arbeiten darum in einer besonderen Einsatzstruktur. Die Kräfte werden gebündelt. "2021 haben wir die Bandidos aufeglöst, seitdem gibt es in der Szene Unruhe. Es hat sich im Dortmunder Raum in den letzten Wochen sehr verschärft. Das sind Machtkämpfe in den Gruppen, aber auch Auseinandersetzungen über finanzielle Interessen", so Reul.
Klare Kante von Polizeipräsident
Dortmunds Polizeipräsident zeigt klare Kante und schreibt in einem Statement: "Wir dulden keine Straftaten von Outlaw-Motorcycle-Gangs! Egal, ob es hier um interne Machtdemonstrationen oder gewalttätig ausgetragene finanzielle Konflikte geht. Das, was schon passiert ist, wird aufgeklärt und konsequent verfolgt. Eine weitere Eskalation darf es nicht geben."
Darum mache man mit der systematischen Verbrechensbekämpfung nicht an der Stadtgrenze halt, sondern gehe dahin, wo auch die Täter stecken. Gefährdete Personen sollen geschützt werden.
Unsere Quellen:
- Polizei Dortmund
- Innenminister Herbert Reul