Jugendlicher liegt auf der Bahre

Kampf um den Erhalt der Notfallambulanz in Grevenbroich

Stand: 28.02.2025, 14:34 Uhr

Für den Erhalt der Grevenbroicher Notambulanz haben Tausende Menschen unterschrieben. Der Landrat wollte sie aber nicht annehemen.

Von Thomas KalusThomas Kalus

Seit Monaten kämpfen engagierte Bürgerinnen und Bürger um den Erhalt der Notfallambulanz am Grevenbroicher Elisabeth-Krankenhaus. Im Oktober hat die Initiative einen Trauerzug durch die Stadt organisiert, bei dem die Notfallambulanz symbolisch zu Grabe getragen wurde. Danach sammelte die Gruppe Tausende Unterschriften für den Erhalt.

Initiative: 100.000 werden beim Wegfall der Notfallambulanz abgehängt

Die Initiative wehrt sich mit ihren Aktionen dagegen, dass die Notfallambulanz im Juli geschlossen werden soll. Das hatten die Gesellschafter – der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Neuss – entschieden. Lediglich die Notfallpraxis, in der Patienten tagsüber weiterhin behandelt werden können, sollte in Grevenbroich bleiben. Wenn es bei der Schließung bliebe, würden 100.000 Menschen in der Region notfallmedizinisch abgehängt, so Initiativen-Sprecher Michael Schnabel.

Gesellschafter halten die Schließung für alternativlos

Das Elisabeth-Krankenhaus ist Teil des Rheinland-Klinik-Verbundes, drei weitere Krankenhäuser in Neuss und Dormagen gehören auch dazu. Die Gesellschafter halten die Umstrukturierung für unumgänglich. Der kommunale Krankenhaus-Verbund stecke tief in den roten Zahlen. Nur so könne eine Insolvenz vermieden werden.

Grevenbroich: Kampf um Notfallambulanz

WDR Studios NRW 28.02.2025 00:45 Min. Verfügbar bis 28.02.2027 WDR Online


Initiative will Runden Tisch für Lösung des Problems

Damit wollen sich die Kritiker aber nicht abfinden. Die Initiative fordert, dass die Ambulanz erst dann geschlossen wird, wenn alternative Lösungen vorhanden sind und keine Versorgungslücken entstehen. Dafür sollte es einen Runden Tisch geben, der nach tragfähigen Lösungen für die Notfallversorgung suchen soll. Mit dabei sein sollten die Gesellschafter des Klinik-Verbundes, die Initiative und die Bürgermeister von Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Denn auch die sind besorgt, dass die Notfallversorgung in ihren Städten unter dem Wegfall der Ambulanz leidet.

Mehr als 27.000 Menschen treten für Erhalt der Ambulanz ein

Mehrere Personen übergeben die Unterschriftensammlung

Unterschriften werden übergeben

Dafür sammelte die Gruppe mehr als 27.000 Unterschriften. Am Freitag sollten sie im Grevenbroicher Kreishaus an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke übergeben werden. Der lehnte aber den Empfang mit der Begründung ab, er sei der falsche Adressat. Die Listen sollten nach Berlin zum Gesundheitsministerium geschickt werden.

Bürgerinitiative ist über Verhalten des Landrates empört

Initiatorin Jennifer Goergens reagierte darauf empört. Sie sagte dem WDR: "Wir sind maßlos enttäuscht. Es ist sehr beschämend, dass man uns Bürger einfach nicht hört. Seit September kämpfen wir für den Erhalt der Notaufnahme. Und wir werden immer nur abgeschmettert und ignoriert." Sie und ihre Mitstreiter sehen nun nur noch geringe Chancen auf einen Erhalt der Notfallambulanz.

Bürgerinitiativen-Sprecher Michael Schnabel geht davon aus, dass die Gesellschafter des Rheinland-Klinik-Verbundes überhaupt kein Interesse an einer Lösung haben: "Die werden jetzt ihren Plan durchziehen, obwohl die Ambulanzen im Kreis immer überlastet sind. Dann eine davon abzubauen, ist völlig unverständlich."

Grevenbroich: Kampf um Notfallambulanz

WDR Studios NRW 28.02.2025 00:45 Min. Verfügbar bis 28.02.2027 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Initiative zum Erhalt der Grevenbroicher Notfallambulanz, Jennifer Goergens
  • Initiative zum Erhalt der Grevenbroicher Notfallambulanz, Michael Schnabel
  • Rhein-Kreis Neuss