Wie das Verbrauchermagazin am Donnerstag mitteilte, schnitten 14 der 24 getesteten Produkte mit der Note "gut" ab, darunter auch mehrere preisgünstige Eigenmarken. Der Honig des Testsiegers der Marke Breitsamer kommt aus Deutschland und Dänemark und wurde mit der Note 1,8 bewertet. Das hat allerdings auch seinen Preis: satte 12,98 Euro pro Kilogramm. Eigenmarken von Supermärkten und Discountern kosten oft nur die Hälfte, konnten aber im Test dennoch überzeugen. Diese günstigen Produkte belegen im Ranking von Stiftung Warentest die Plätze 2 bis 4:
- Aldi Gut Bio Honig cremig - Gut (1,9)
- Lidl Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart - Gut (1,9)
- Netto Vom Land Blüten-Honig cremig - Gut (1,9)
Was macht einen guten Honig aus? Gibt es auch gefälschten Honig? Und was unterscheidet "echten" Imkerhonig von industriell hergestellter Massenware? Fragen und Antworten.
Was macht einen guten Honig aus?
Die Qualität eines Honigs hat laut dem aktuellen Test offenbar wenig mit dem Preis oder der Herkunft zu tun. Viele gut bewertete Produkte kosten im Vergleich zum Testsieger nur rund die Hälfte und enthalten sowohl Honig aus der EU als auch aus Nicht-EU-Staaten. Wichtig sei vor allem, dass die Produkte frei von Schadstoffen seien, betont Tobias Heinen, Vorsitzender des Imkerverbands Rheinland, im Gespräch mit dem WDR.
Denn beim Sammeln von Nektar könnten die Bienen natürlich auch mit Schadstoffen wie Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden in Berührung kommen, die sich in den Pflanzensäften eingelagert haben. Um die Qualität der Produkte zu garantieren, analysiere der Deutsche Imkerbund regelmäßig Proben seiner Mitglieder, erklärt Heinen.
In Deutschland gebe es seines Wissens eher selten schwere Beanstandungen, sagt Heinen. Das liege an den gesetzlichen Regelungen, die hier strenger seien als anderswo. So sei zum Beispiel der Einsatz von Antibiotika bei Bienenvölkern in der EU verboten - anders als bei Honig vieler südamerikanischer Hersteller.
Gibt es noch weitere Qualitätsmerkmale?
Ob ein Honig qualitativ hochwertig ist, entscheiden Verbraucher meist anhand des Geschmacks. Aus fachlicher Perspektive gilt vor allem das Enzym Invertase als Merkmal zur Beurteilung der Qualität. Da die Bienen das Enzym dem Honig selbst hinzufügen, wird es als wichtiges Merkmal für die Naturbelassenheit angesehen: je höher die Enzymaktivität, desto besser. Außerdem sollte der Honig möglichst wenig Hydroxymethylfurfural (HMF) enthalten, ein Zersetzungsprodukt von Zucker - auch wenn die Substanz inzwischen nicht mehr im Verdacht steht, Krebs auszulösen.
Beide Merkmale - inaktive Invertase und hoher HMF-Gehalt - deuteten darauf hin, dass der Honig im Herstellungsprozess zu stark erhitzt wurde, erklärt Imker Heinen: "Bei den großen industriellen Honigproduzenten wird der Honig erhitzt, damit er wieder fließfähig wird."
Gibt es auch gefälschten Honig?
Laut Stiftung Warentest gehört Honig sogar zu den Lebensmitteln, die besonders oft verfälscht oder "gepanscht" werden - zum Beispiel mit billigem Sirup auf Mais-, Reis- oder Zuckerrübenbasis. Einige Labore setzen inzwischen auf moderne DNA-Analysen, um den Fälschern auf die Spur zu kommen. Dabei wird der Honig auf das Erbgut der Pflanzen untersucht, welche die Bienen beim Nektarsammeln besucht haben. Ein detailliertes DNA-Profil spricht theoretisch für echten Honig, während wenige Informationen auf Verfälschungen hinweisen.
Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund hatte erst im Oktober mit einem solchen DNA-Test für Aufsehen gesorgt. Das Ergebnis: 80 Prozent der Proben seien gefälscht. Einen endgültigen Beweis für einen groß angelegten Betrug gibt es allerdings noch nicht. Große Hersteller halten das Verfahren für fehlerhaft und noch nicht völlig ausgereift und werden darin von Fachleuten bestärkt.
Was spricht für Honig von kleinen Imkern aus Deutschland?
In der Regel sei der Honig von kleinen Imkern in Deutschland völlig naturbelassen und meistens sortenrein, betont Heinen. Aber es gebe auch ökologische Gründe, beim Kauf auf deutschen Honig zu achten: "Wenn ich beim Imker einkaufe, weiß ich genau wo die Bienen geflogen sind." Außerdem seien Bienen für die Bestäubung von Pflanzen unverzichtbar und sorgten damit für die Erhaltung der Artenvielfalt.
Unsere Quellen:
- Stiftung Warentest
- WDR-Gespräch mit Tobias Heinen, Vorsitzender des Imkerverbands Rheinland
- Nachrichtenagentur AFP
- Südwestrundfunk