Xabi Alonso beim Spiel gegen Arminia Bielefeld

Bayer 04 Leverkusen nur noch eine normale Spitzenmannschaft

Stand: 04.04.2025, 11:15 Uhr

In der vergangenen Saison erabeitete sich Bayer 04 Leverkusen den Nimbus, nahezu unschlagbar zu sein. Mittlerweile hat sich das Team von Trainer Xabi Alonso zu einem "normalen" Spitzenteam entwickelt.

Von Jörg Strohschein

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten rund um Bayer 04 Leverkusen. Nach dem blamablen Halbfinal-Pokal-Aus bei Drittligist Arminia Bielefeld (1:2) unter der Woche ist diese Aussicht zumindest ein wenig Balsam für die angeschlagene (Fußball-) Seele. Hoffnungsträger Florian Wirtz kann früher als geplant ins Training einsteigen.

Für einen Platz im Kader für das anstehende Spiel beim 1.FC Heidenheim am Samstag (5.4.2025; 15.30 Uhr in der Audio-Vollreportage und im Ticker bei sportschau.de) wird es zwar noch nicht reichen, wie Trainer Xabi Alonso am Freitag verriet.

Aber womöglich ist seine Sprunggelenksverletzung bis zum darauf folgenden Wochenende im Spiel gegen Union Berlin vollständig verheilt und er kann das stockende Aufbauspiel der Werkself wieder gewohnt gekonnt antreiben.

Zu viele Rückschläge

Doch zurück in die jüngere Vergangenheit. Man habe das Spiel auf der Bielefelder Alm aufgearbeitet, ließ der Spanier wissen. "Wir haben über den Mut, den Prozess, über den Schmerz gesprochen. Natürlich brauchen wir mehr Energie", sagte Alonso. "Es war ein Tag, an dem es nicht gut geklappt hat."

Was bleibt nun übrig von dieser Saison für die Leverkusener, in der sie mehr Rückschläge hinnehmen mussten als ihnen lieb war und mit denen sie in dieser Form wohl auch nicht gerechnet hätten. "Letzte Saison hatten wir zu wenig Probleme", sagte Alonso. "In dieser Saison haben wir die ganz normalen Probleme." Auch er lerne aus "jedem schlechten Moment, sonst wäre ich sehr dumm. Ich werde nicht so schnell vergessen, was in Bielefeld passiert ist.""

Aus den "Unschlagbaren" ist offenbar eine ganz normale Top-Fußballmannschaft geworden, die mit Verletzungen, Formschwankungen und anderen Umständen zu kämpfen hat, die das Gesamtgefüge hier und da straucheln lassen.

Nur noch Bundesliga

Das frühe Aus im Achtelfinale der Champions League, das Verpassen des Pokalfinales in Berlin und der kaum noch zu gewinnende Meisterkampf mit dem FC Bayern (sechs Pubnkte Rückstand) ist für den noch amtierenden Doublesieger eine insgesamt eher enttäuschende Bilanz. Auch wenn niemand realistisch damit rechnen konnte, dass Granit Xhaka und Co. ihre überragende Form noch eine Saison lang konservieren könnten.

"In den letzten 25 Monaten haben wir viel gewonnen. Wir hatten auch große Erwartungen, in Berlin dabei zu sein. Hoffentlich zeigen wir wieder eine Reaktion", sagte Alonso mit Blick auf Heidenheim - und meinte damit insgeheim wohl auch die restliche Saison. "Jetzt sind wir wirklich nur fokussiert auf die Bundesliga. Die Situation ist jetzt eine andere."

Alonso: "Interessante Position"

Die Erwartungen auch an die eigene Leistungsfähigkeit sind unter dem Bayerkreuz nach den Erfolgen der Vorsaison gestiegen. Jetzt geht es für die Werkself darum, zumindest noch um den letzten Titel bis zum Ende zu kämpfen.

"Wir sind in einer interessanten Position, wir werden sehen", sagte Alonso, der mit solchen Sätzen wohl auch die eigene Anspannung aufrecht erhalten möchte. In der Hinrunde reichte es schließlich gegen alle sieben ausstehenden Gegner zu Siegen. "Unser Ziel, unsere Aufgabe ist ganz klar: Wir wollen Spiel für Spiel gehen, aber alle gewinnen, um eine Chance zu haben", so der Spanier.

Neuer Rekord in Aussicht

Leverkusen hat in der Bundesliga eine makellose Bilanz gegen Heidenheim, drei Spiele, drei Siege. Ungeschlagen ist die Werkself auswärts sogar seit 30 Bundesliga-Partien (seit dem 0:3 in Bochum im Mai 2023). In den verbleibenden vier Auswärtsspielen könnte Leverkusen den historischen Bundesliga-Rekord des FC Bayern verbessern, der in den Jahren 2012 bis 2014 auswärts 33 Mal in Folge ungeschlagen blieb. Es läuft also doch nicht alles so schlecht in dieser Saison.

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Lokalzeit OWL 02.04.2025 03:59 Min. Verfügbar bis 02.04.2027 WDR Von David Fynn Just