Die Situation um Fußball-Regionalligist 1. FC Düren wird immer abstruser. Nachdem der Verein die finanziellen Probleme nicht lösen konnte und Insolvenz angemeldet hatte, wanderten sämtliche Spieler ab. Um noch eine Mannschaft für den Rest der Saison auf den Platz zu bekommen, greift der Verein jetzt zu einer kuriosen Maßnahme: Über Influencer Bilal Kamarieh sollen sich vertragslose Amateur-Fußballer zum Probetraining melden und dem Klub kurzfristig zur Verfügung stehen.
Kamarieh, der selbst für Klubs wie Mainz II, Hertha II oder den Berliner SC spielte und derzeit in der Kreisliga aktiv ist, postete einen entsprechenden Aufruf auf seinem Instagram-Profil: "So Freunde, aufgepasst, ihr wisst nicht, was jetzt kommt. Mir hat sich eine Option geboten, dass ich fünf bis zehn Spielern die Option geben kann, bei einem Profiverein in der Regionalliga West - dem 1. FC Düren - die letzten fünf oder sechs Spiele zu spielen. Warum? Der Verein hat Insolvenz beantragt, möchte die Saison aber gescheit zu Ende spielen."
"Ihr könnt euch zeigen"
"Bedeutet: Ihr könnt euch zeigen, ihr könnt vielleicht einen neuen Vertrag bekommen bei einem anderen Verein", so Kamarieh weiter. "Ihr könnt vor 2000 bis 5000 Zuschauern spielen - gegen Oberhausen oder Duisburg - das ist crazy. Alles, was ihr dafür tun müsst: Ihr müsst euch bei einem Probetraining, das ich geben werde, beweisen. Und die einzige Voraussetzung ist, dass du seit sechs Monaten nicht gespielt hast."
Mit 179.000 Followern ist Kamarieh bekannter Fußball-Influencer und hat direkten Kontakt zu mehreren Tausend Hobby-Fußballern. Zustandegekommen sei die Idee über Dürens Spieler Philipp Simon, Kapitän der zweiten Mannschaft, der Teamkollege Kamariehs in der Hallenfußball-Liga "Icon League" ist und so einen kurzen Draht zu Kamarieh hat.
"Wir haben dem Vorhaben zugestimmt und inzwischen schon sehr viele Anfragen erhalten", bestätigte Karsten Schümann, Vizepräsident der Dürener, die außergewöhnlichen Pläne.
Probetraining am Dienstag - Spiel gegen Duisburg am Samstag
Am kommenden Dienstag (8. April) soll laut Kamarieh das Probetraining unter seiner Leitung in Nordrhein-Westfalen stattfinden. Spielen könnten die gescouteten Vertragslosen dann bereits am Samstag (12. April) - gegen keinen Geringeren als Spitzenreiter MSV Duisburg. Kamarieh verspricht: "Wer im Sichtungstraining bei mir abliefert, der wird auch von Beginn an spielen."
Über eine finanzielle Aufwandsentschädigung für die potenziellen Neuankömmlinge ist nichts bekannt, es soll aber für Spieler, die nicht in NRW wohnen, eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert werden. Trainiert werden soll bis Saisonende wöchentlich einmal, jeweils freitags.
Gegen Wuppertal mit der U23
Am kommenden Wochenende steht für die Dürener erst einmal das die Auswärtsfahrt zum Wuppertaler SV an. Die Partie soll mit der Zweitvertretung bestritten werden, die normalerweise in der Landesliga kickt - für Wuppertal dürfte das kaum eine Herausforderung sein.
Was dann aus der Mannschaft wird, wird die kommende Woche zeigen. Die Regularien jedenfalls erlauben die kuriose Aktion, bis Freitag (11. April, 14 Uhr) müssen die Spieler gemeldet sein - was nur möglich ist, wenn sie zuvor über einen Zeitraum von sechs Monaten kein Spiel für einen anderen Verein gemacht haben.
Unsere Quellen:
- Instagram-Kanal von Bilal Kamarieh
- Aachener Zeitung
- RevierSport