
Aiki Mira
Stand: 14.02.2025, 14:06 Uhr
Als Sci-Fi-Autorx entwirft Aiki Mira Zukünfte: utopisch, politisch, queer. In Essays, Kurzgeschichten und Romanen verbindet Mira Science-Fiction mit Climate Fiction und Queer Fiction zu einer Literatur, die mit Blick auf unsere Gegenwart über die Zukunft schreibt.
Mit offenen Augen zu träumen,
bedeutet sich bewusst zu machen,
wie wir von dieser neuen Welt erzählen möchten. Aiki Mira
Nach dem Studium der Medienkommunikation forschte Aiki Mira zu Jugendkultur und Gaming und etablierte sich innerhalb kurzer Zeit als eine innovative Stimme in der deutschsprachigen Science-Fiction-Literatur. Miras Kurzgeschichten wurden mehrfach mit dem Deutschen Science Fiction Preis und dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet und sind bereits ins Englische, Französische und Chinesische übersetzt.
Aiki Mira ist Co-Host des Podcasts "Das war morgen", der sich mit den Zukunftsvisionen verschiedener Sci-Fi-Hörspiele auseinandersetzt. Außerdem verfasste Mira ein "Queer*SciFi-Manifest", das queere Sci-Fi als neue Strömung definiert und die Konventionen klassischer Science-Fiction in Frage stellt.
Es geht um "viele inklusive Zukünfte, in denen wir alle einen Platz haben, die wir alle gemeinsam gestalten können": Mit einem unkonventionellen Stil, der Grenzen verschiebt und neue Perspektiven eröffnet, liefert Aiki Mira neue Ansätze für das Genre und trägt dazu bei, die Welt der Zukunft greifbar zu machen. Die Romane und Geschichten sind oft in futuristischen oder postapokalyptischen Szenarien angesiedelt, behandeln Themen wie Klimawandel, virtuelle Realitäten und künstliche Intelligenz, erforschen die Grenzen menschlicher Beziehungen und Identität.
Science-Fiction als Möglichkeitsraum
Science-Fiction ist für Aiki Mira wie ein Experiment in der Wissenschaft. Als Autorx lässt sich Mira von Kunst, gesellschaftlichen Diskursen und Forschungen inspirieren, denkt diese im Schreiben weiter, konfrontiert Figuren mit neuen Technologien, kreiert Katastrophen - aber auch Lösungen. Brennt beispielsweise im Roman "Neurobiest" der Amazonas, wird der Regenwald synthetisch wiederhergestellt. Science-Fiction wird damit zu einem Möglichkeitsraum, der uns auf vielfältige Zukünfte vorbereiten kann, wo wir Szenarien im Vorhinein durchspielen und uns dadurch auch in unseren gegenwärtigen, sich stetig verändernden Gesellschaften besser zurechtzufinden.
Doch nicht nur Post-Klimawandel-Szenarien (Climate Fiction und Post-Climate-Fiction) können verhandelt werden: Aiki geht es darum, Konventionen neu zu denken und inklusive Lebensrealitäten abzubilden, die mehr als nur Heteronormativität hinterfragen, sondern feministische Themen wie Embodiment, Gender und Menschlichkeit weiterentwickeln und Eigenes hinzufügen: "Mit Queer*SciFi können wir eine neue Welt erträumen, die zugleich utopisch und realistisch ist. Eine Welt, in der die Realität gelebter queerer Identitäten weitergedacht, neu erfunden oder einfach repräsentiert wird."
Aiki Miras Roman "Neongrau" vereint Science-Fiction mit Climate Fiction und Queer*SciFi zu einer Near Future Cyberpunk-Erzählung, in der die nonbinäre Hauptfigur in einer nach dem Klimawandel überfluteten Stadt zwischen übermächtiger KI und menschlichem Verrat herausfinden muss, wer sie wirklich ist. In der ARD-Adaption als Hörspiel-Serie erwachen die Figuren, ihre Realitäten und Virtualitäten neu zum Leben - durch schnelle Dialoge und eine detailreiche, mehrschichtige Sound-Kulisse, zu der auch eine speziell dafür komponierte Musik gehört.