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Tyla - Water

Global Pop News 02.04.2025

Roskilde erweitert Lineup: Tyla, Charli xcx, Africa Express

Stand: 02.04.2025, 11:40 Uhr

Roskilde in Dänemark hat gerade drei neue Acts angekündigt | Saman Yasin tritt erstmals vor Kameras in Berliner Exil | Visa-Absage für mexikanische Band

Von Lukasz Tomaszewski & Anna Kravcikova

Die Festivalsaison steht vor der Tür, und jetzt ist auch die Zeit gekommen, in der die großen Global-Pop-Festivals ihre Line-ups bekannt geben: Roskilde in Dänemark hat gerade drei neue Acts angekündigt.

Die junge Sängerin Tyla aus Südafrika vermischt Amapiano mit Afrobeats – und ist damit international total erfolgreich. Sie hat gerade in den USA zahlreiche Preise eingesackt. Allein ihr Song "Water" hat bei Spotify über eine Milliarde Streams. Es wird aber trotzdem ihr erstes Konzert in Dänemark.

Eine weitere junge Headlinerin, die gerade total durch die Decke geht, ist Charli xcx. Sie hat vergangenes Jahr ihr Album "Brat" rausgebracht und den "Brat Summer" ausgerufen – es war ein regelrechter Pop-trifft-Club-Style-Hype. Die 32-jährige Britin hat sich innerhalb von ein paar Monaten zum globalen Popstar entwickelt.

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Hinter dem Musikprojekt Africa Express stehen mehrere Musiker, aber viele schauen auf Damon Albarn, bekannt aus seinen zahlreichen anderen Bands wie Blur, Gorillaz oder Massive Attack.

Neben ihm stehen viele Artists vom afrikanischen Kontinent auf der Bühne. Damon Albarn leitet das Projekt musikalisch und moderiert das Konzert. Das Ziel: ein breiteres Publikum für Musik aus Afrika gewinnen.

Außer den dreien, die neu angekündigt sind, haben bereits andere Big Names bei Roskilde zugesagt: Pop-Ikone FKA twigs, die aufstrebende US-Rapperin Doechii oder auch ihr britischer Kollege Stormzy. Es mangelt nicht an Global-Pop-Superstars. Das Besondere ist auch in diesem Jahr sicher der internationale Charakter: 170 Acts aus über 40 Ländern – und das eine ganze Woche lang.

Saman Yasin tritt erstmals vor Kameras in Berliner Exil

COSMO berichtet regelmäßig über die Opfer und Inhaftierten der "Frauen, Leben, Freiheit"-Bewegung im Iran. Einer von ihnen ist der kurdisch-iranische Rapper Saman Yasin. Ihm ist nach einer zweijährigen Haft die Flucht nach Berlin gelungen. Der Rapper hat jetzt für den amerikanischen Nachrichtensender CNN sein erstes Interview gegeben, in dem er Details seiner Inhaftierung beschreibt.

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Rund zwei Jahre saß er im Gefängnis. Ursprünglich war er sogar in einem Schauprozess zum Tode verurteilt worden. Im Oktober 2022 wurde Saman Yasin festgenommen; ihm wurde vorgeworfen, eine Waffe bei den Protesten abgefeuert zu haben. Man warf ihm "Feindschaft gegen Gott" vor.

Gegen das Todesurteil legte er Berufung ein – mit Erfolg. Ende Oktober wurde der 26-Jährige auf Kaution freigelassen, das Strafmaß auf fünf Jahre festgesetzt. Doch statt die Strafe anzutreten, floh er über die Berge in den Irak. Im Januar erreichte er schließlich sicher das Exil in Berlin, wo er von einer NGO und einem Politiker unterstützt wird. Jetzt trat Saman Yasin erstmals vor eine Kamera.

Die Szenen, von denen der Musiker spricht, sind verstörend: Folter, eine Scheinhinrichtung. Ihm soll eine Schlinge um den Hals gelegt worden sein, um ein Geständnis zu erzwingen. Ein Stift soll ihm in die Nase gerammt worden sein – tatsächlich wirkt seine Nase im Video stark deformiert.

In Deutschland kann Saman Yasin nun ausführlicher über das Erlebte sprechen. Anfang März sagte er vor einer UN-Menschenrechtskommission in Genf aus. Er gibt zu, mental völlig am Ende zu sein – doch langsam lerne er, damit klarzukommen.

Visa-Absage für mexikanische Band

Die mexikanische Band Los Alegres del Barranco sollte Ende der Woche auf US-Tournee gehen und auf Festivals in den USA auftreten. Doch jetzt hat das Außenministerium der USA den Mitgliedern die Visa annulliert. Der Grund: Die Band zeigte bei ihrem Konzert in Guadalajara am Wochenende Bilder von zwei Drogenkartell-Bossen – Nemesio Oseguera, besser bekannt als El Mencho, den Anführer des Jalisco-Kartells – Neue Generation (CJNG), und Joaquín El Chapo Guzmán, den ehemaligen Anführer des Sinaloa-Kartells.

Christopher Landau, der stellvertretende Außenminister der USA, schreibt auf X: "Ich glaube fest an die freie Meinungsäußerung, aber das bedeutet nicht, dass diese frei von Konsequenzen sein sollte." Das Drogenkartell sei seit Februar in den USA als Terrororganisation eingestuft.

Auch in Mexiko hat das Konzert für Aufsehen gesorgt. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat das Zeigen der Kartell-Bosse scharf verurteilt. Sie versucht schon seit einiger Zeit, die Verherrlichung von Drogenbossen in populärer mexikanischer Musik einzudämmen. Die sogenannten Narcocorridos sind ein sehr beliebtes Genre in Mexiko – Drogenballaden, die wie mexikanische Folklore klingen, aber gewaltverherrlichend sind.

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen "Verherrlichung des Verbrechens" eingeleitet. Pablo Lemus, der Gouverneur des Bundesstaates Jalisco, in dem das Konzert stattfand, schreibt auf X, dass er die Verherrlichung krimineller Handlungen und Drogendealer bei Konzerten verhindern möchte. Er habe einen Erlass unterzeichnet, um sicherzustellen, dass kein Sänger oder keine Gruppe, die in der Vergangenheit kriminelle Handlungen verherrlicht hat, bei Regierungsveranstaltungen auftreten darf. Sie sollen zur Rechenschaft gezogen werden und dürften sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Andernfalls müssten sie mit finanziellen und strafrechtlichen Sanktionen rechnen.

Lemus kündigt außerdem an, dass sowohl der Veranstalter des Konzerts als auch die Mitglieder der Band als Zeugen vor die Staatsanwaltschaft von Jalisco geladen werden: "Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, um gegen diese Gruppe und den Veranstalter wegen Entschuldigung von Verbrechen zu ermitteln."

Auf offizielle Anfragen hat die Band noch nicht reagiert, aber ein Bandmitglied sagte in einem TikTok-Livestream, die Mehrheit ihres Publikums unterstütze sie. Die Menschen, die sie kritisieren, seien "verwirrt".