Das WDR Funkhausorchester

La quarta volta! Das vierte Mal!

Stand: 30.03.2025, 12:00 Uhr

Wunderschön und das WDR Funkhausorchester begeben sich auf die Spuren der Süditaliener!

`O sole mio – damit ist schon fast alles gesagt. Der Neapolitaner Eduardo Di Capua schrieb das Lied voller Heimweh im Winter 1898 im kalten Odessa. Und bis heute schwebt es durch die Gassen von Neapel, über die Amalfitana zwischen Positano und Amalfi, und erst recht auf Capri. Die Sonne, die Schönheit, das Meer. Eine Landschaft, eine Kulturlandschaft, wie geschaffen für die nächste Zusammenarbeit von Wunderschön und dem WDR Funkhausorchester. Eine filmische Reise zum Musik-Hotspot des Stiefels!

Dabei liegt der musikalische rote Faden quasi auf der Straße. Wer einmal die Küstenstraße "Amalfitana" gefahren ist, Positano und Amalfi besucht hat, erinnert sich an Ausblicke, die so dramatisch schön waren, dass sie Musik zu verströmen schienen.

Überhaupt ist die Gegend eine spannende, uralte Kulturlandschaft: Schon die alten Römer bauten dort ihre Feriendomizile, genossen die Landschaft und den Reichtum des vulkanisch gedüngten Bodens. Doch die liebliche Natur mit ihren pittoresken Dörfern und Städten ist auch gefährlich explosives Vulkanland. Der Vesuv überragt es als nicht zu übersehender Koloss. Aber unter dem Meer erstecken sich weitere riesige Vulkanflächen, die phlegräischen Felder, und bedrohen mit ihrer immer noch vorhandenen Aktivität das Leben der Menschen dort. Dramatischer kann es in einer Oper auch nicht zugehen!

Blick auf die Amalfiküste mit Bergen und Klippen

Ausblick von der Amalfitana – eine der schönsten Küstenstraßen der Welt

Die Gegend ist so gefährlich wie schön, und dieses Spannungsfeld fasziniert Menschen seit Jahrhunderten. Gerade die Deutschen ließen sich auch in der Vergangenheit schon bezaubern von diesem Landstrich, der so ganz anders ist als das gewohnte Zuhause. Die Krupps auf Capri oder Richard Wagner in Ravello – auch diese Einflüsse kann man hören im vierten Film der "Wunderschön meets Funkhausorchester"-Reihe, und machen ihn zu etwas ganz Besonderen.

Die Italiener insgesamt sind eine Nation von Musikliebhabern wie kaum eine andere auf der Welt. Besonders im Süden ist überall Musikleidenschaft zu spüren, die eine jahrhundertelange Tradition hat. Neapel war bis ins 19. Jahrhundert hinein die Welthauptstadt der Oper. Daher kommt es, dass die bekanntesten Opern bis heute weltweit in italienischer Sprache aufgeführt werden. Das italienische Fernsehen strahlt (neben einer unsäglichen Anzahl von Casting-Shows) in seiner großen Samstagabend-Unterhaltung am laufenden Band Sendungen aus, die aus nichts anderem bestehen als Auftritten junger und älterer Sängerinnen und Sänger aus allen Sparten. Da steht der Rap-Gesang neben dem Pop-Sommerhit, die althergebrachte Kanzone neben dem Opern-Hit. Unsere verkrampfte, deutsche Unterscheidung zwischen U- und E-Musik hat in Italien keine wirkliche Bedeutung. Das konnte man einst schon eindrucksvoll am Opernstar Pavarotti sehen, der neben seinen klassischen Opernrollen ohne Probleme Auftritte mit Pop- und Rockmusikern hatte.

Das traditionsreiche San Remo-Musikfestival, das jedes Jahr im Februar eine Woche lang jeden Abend über die Bildschirme flimmert, hat nach wie vor Eventcharakter bei der italienischen Bevölkerung. Familien und Freundeskreise treffen sich sogar häufig, um gemeinsam "San Remo" zu gucken. Den ersten Abend im Jahr 2025 (von 21 Uhr bis Mitternacht) schauten 12 Millionen Menschen in Italien. Das macht einen Marktanteil von 65 Prozent. Das schafft noch nicht mal der Fußball.

Das alles wollten wir in unserer Reportage über Amalfi, Capri und Neapel darstellen und nachempfinden. Das alles hat die Redaktion bei der Herstellung der Sendung auch mit dem Komponisten diskutiert. Es war auch in diesem Jahr (wie schon bei der Sendung über Nordengland) wieder unser geschätzter Kollege Andy Miles. Er hat eine enge Beziehung zu Italien. Denn vor einigen Jahren hat er dort gelebt und studiert. Mit von der Partie ist auch wieder der Dirigent Michael Seal, der diesmal sogar das Musikarrangement selbst gemacht hat.

Gedreht wurde der Film im Mai 2024 und direkt danach geschnitten. Der Prozess der Musikkomposition fand im November/Dezember 2024 statt, die Musikaufnahme durch das Funkhausorchester im März 2025.

Wie schon die vorangegangene Wunderschön (Komponisten-) Sendung wurde das Bildmaterial in UHD/HDR-Qualität erstellt, und die Töne in der Top-Qualität Dolby-Atmos gestaltet.