Die Reaktion auf Trump: Sind wir machtlos oder stark? Aktuelle Stunde 04.04.2025 42:32 Min. UT Verfügbar bis 04.04.2027 WDR Von Henry Bischoff

Handelskrieg: Gerade jetzt sollten Anleger ruhig bleiben

Stand: 04.04.2025, 23:10 Uhr

Wer Geld in ETFs angelegt hat, braucht gute Nerven. Die Börsen weltweit sind abgestürzt. Das trifft auch Anleger in Deutschland.

Die von der US-Regierung verhängten Zölle lassen gerade die Finanzmärkte weltweit zittern. Viele Geldanleger in Deutschland sind betroffen und bangen um ihr Geld. Auch der bei vielen Kleinanlegern beliebte "MSCI World"-Index hat an Wert verloren. Wie es weitergeht, hängt davon ab, ob jetzt andere Länder mit Gegenzöllen auf US-Produkte reagieren.

Was bedeuten die Entwicklungen für meinen ETF-Sparplan? Und was sollte ich jetzt tun? Fragen und Antworten.

Wie reagieren die Aktienmärkte?

Die Aktienbörsen sind weltweit abgestürzt. Investoren haben Angst vor einem globalen Handelskrieg und verkaufen deshalb im großen Stil US-Aktien. An der Wall Street in New York hat es einen Kurssturz von mehreren Prozentpunkten gegeben. In so einem Tempo waren die Kurse zuletzt in den Anfängen der Corona-Pandemie abgerutscht.

Auch der deutsche Aktienindex DAX hat an Wert verloren und hat den Freitag mit einem Minus von rund fünf Prozent beendet. Nachdem China als Reaktion angekündigt hat, seinerseits 34 Prozent Zoll auf US-Importe zu verhängen, stehen die Zeichen zumindest im Moment eher auf Eskalation.

Die weitere Entwicklung lässt sich nicht vorhersehen. Es ist deshalb schwierig, wirklich sichere Empfehlungen für Investorinnen und Investoren abzuleiten. Das hängt stark vom jeweiligen Anlagehorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab.

Wie wirkt sich das auf meinen ETF-Sparplan aus?

Der Punkt ist, dass jetzt viele Anleger ihre Aktien auf einmal verkaufen. Deswegen sinkt der Wert der Aktien und die Aktienkurse rauschen in den Keller. Das ist ein Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an den Börsen und wirkt sich auch auf die ETF-Sparpläne aus - Aktiensparpläne, in die viele Kleinanleger über verschiedene Trading-Apps investieren.

Schwarzer Freitag: Kurssturz an den Börsen | Bildquelle: Bryan Smith

Sogenannte ETFs sind häufig börsennotierte Index-Fonds, die zum Beispiel in verschiedene Länder und Unternehmen investieren. Ein besonders beliebter Index ist der sogenannte "MSCI World". Dieser investiert weltweit in Aktien, um das Risiko von Kursverlusten für die Anleger zu streuen. Doch mehr als 70 Prozent des Fonds besteht aus Anteilen an US-Unternehmen. Darunter ist zum Beispiel auch der Tech-Konzern Apple, der an der Börse deutlich an Wert verloren hat.

Finanzexperten führen das darauf zurück, dass Apple einen Großteil seiner Waren, wie beispielsweise iPhones in China produzieren lässt. Nachdem aber China Gegenzölle angekündigt hat, ist die Unsicherheit unter den Anlegern groß, wie sich der Handel zwischen den Ländern weiter entwickelt.

Was sollte ich als Kleinanleger jetzt tun?

Wer Geld für seine Altersvorsorge in einen ETF-Sparplan investiert, dem raten Verbraucherschützer, Ruhe zu bewahren. Keine Panikverkäufe! Denn wer auf ETFs, also im Grunde auf Aktien setzt, sollte einen Anlagehorizont von zehn bis 20 Jahren im Blick haben. Das heißt: Füße still halten und seinen ETF jetzt nicht verkaufen.

Am Aktienmarkt ist es normal, dass die Kurse schwanken und es Gewinne und Verluste gibt. Investitionen in Aktien bedeuten immer auch ein Risiko. In der Vergangenheit war es so, dass sich die Aktienkurse von Tiefstständen immer wieder erholt haben.

Doch eine Garantie für die Zukunft gibt es nicht. Und bei Einzelaktien muss sich jeder Anleger gut überlegen: halten, verkaufen oder sogar nachkaufen? Das ist eine persönliche Abwägung. Denn Zeiten fallender Kurse könnten theoretisch immer auch eine Chance zum Nachkaufen sein. Wichtig dabei: Wer in Einzelaktien investiert, geht grundsätzlich höhere Risiken ein.

Unsere Quellen:

  • ARD-Finanzredaktion
  • Interview mit Hermann-Josef Tenhagen vom Verbraucherportal Finanztip
  • Verbraucherzentrale ("MSCI World im Minus - Was sollten Anleger:innen jetzt tun?")

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